Sie sind hier:  / Start / Kronkolonien ehemalige
 

Kronkolonien ehemalige

 

Der Name „Britische Überseegebiete“ wurde durch den British Overseas Territories Act 2002 eingeführt und löste den alten Namen „Britisches abhängiges Gebiet“ ab, der mit dem British Nationality Act 1981 festgelegt worden war. Vor diesem hießen die Gebiete „Kolonien“ oder „Kronkolonien“. Die Kanalinseln (mit den Vogteien Jersey und Guernsey) sowie die Isle of Man sind kein Teil der britischen Überseegebiete, sondern haben den speziellen Status des Kronbesitzes. Als solche haben sie den britischen Monarchen als Oberhaupt, unterstehen jedoch nicht dem Vereinigten Königreich. Die ursprünglichen englischen Besitzungen in der Neuen Welt waren Kolonien im herkömmlichen Sinne, das heißt, sie waren Ansiedlungen englischer Untertanen in Ländern, die bis dahin außerhalb des Herrschaftsbereichs der Krone standen. Die erste dieser Ansiedlungen war Neufundland, wo englische Fischer im 16. Jahrhundert regelmäßig jahreszeitliche Lager aufschlugen. Mit der ersten erfolgreichen dauerhaften Kolonie in „Virginia“ (ein Name, der damals für ganz Nordamerika galt) begann die Geschichte des später so genannten „alten Empires“. Im Jahre 1609 entstand eine zweite Kolonie in Bermuda, die heute – nach dem Verlust der amerikanischen Kolonien 1783 – die älteste noch bestehende britische Kolonie ist. Im Laufe des Wachstums des Britischen Reiches vom frühen 18. Jahrhundert bis zu seinem Höhepunkt in den 1920er Jahren kolonisierte Großbritannien ein Viertel der Landfläche der Erde. In den 1980er Jahren verlor das Vereinigte Königreich seine letzten Festlandkolonien, als 1980 in Afrika Südrhodesien (heute Simbabwe) und 1981 in Mittelamerika Britisch-Honduras (heute Belize) unabhängig wurden. Die letzte verbleibende wichtige Kolonie war danach Hongkong mit über 5 Millionen Einwohnern. Im Unterschied zu den anderen Gebieten war der Großteil von Hongkong von China auf 99 Jahre an das Vereinigte Königreich verpachtet. Der Pachtvertrag lief 1997 aus. Das Vereinigte Königreich handelte die Chinesisch-Britische Gemeinsame Erklärung aus, wonach ganz Hongkong 1997 eine Sonderverwaltungszone mit Garantie der Fortdauer des kapitalistischen Wirtschaftssystems und der von der britischen Herrschaft gewohnten Lebensart wurde.

Nach oben